Museum Van Loon
Das Museum Van Loon ist das Wohnhaus der Amsterdam Kaufmannsfamilie Van Loon. Willem van Loon war im Jahre 1602 Mitbegründer der V.O.C. (Vereinigte Ostindische Compagnie). Verschiedene Mitglieder der Familie hatten Sitz im Stadtvorstand. Am Anfang des 19. Jahrhundert wurde die Familie in den Adelsstand erhoben. Bis ins 20. Jahrhundert spielte die Familie eine bedeutende Rolle an der Amsterdamer Aktienbörse.
Das Haus an der Keizersgracht 672 wurde im Jahre 1672 gebaut. Der erste Bewohner war der Maler Ferdinand Bol, ein berühmter Schüler Rembrandts. Um 1750 wurde die ganze Innenausstattung renoviert und im Rokokostil schmuckvoll gestaltet. 1884 wurde das Haus als Hochzeitsgeschenk für den Jonkheer (Junker) Hendrik van Loon und seine Frau Thora Egidius erstanden. 1973 wurde das Haus von Jonkheer Maurits van Loon, dem letzten männlichen Sproß der Familie, erstmals für die Allgemeinheit geöffnet. Seitdem setzt sich die Stiftung Van Loon zum Ziel, das Haus und die Sammlung für künftige Generationen zu erhalten.
Das wichtigste Geschoss des Hauses war die sogenannte Beletage. Die große Eingangshalle hat eine beeindruckende Brüstung aus Messing aus ungefähr 1760. Die Porträts an der Wand stellen ausnahmslos Mitglieder der Familie van Loon zwischen 1600 und heute dar. An der Grachtseite liegen die großen Empfangsräume. Im ‘Blauen Salon’ hielt Thora van Loon als Dame du Palais der Königin Wilhelmina (Großmutter der heutigen Königin Beatrix) ihren allwöchentlichen Jour. Die königlichen Photos sind Geschenke an Thora van Loon und an die heutige Frau van Loon, welche ‘Großmeisterin’ von Königin Beatrix ist. Das gegenüber gelegene Esszimmer bot 24 Personen Platz. Die Räume an der Gartenseite waren eher Privaträume. Der ‘Rote Salon’ war früher das Zimmer, in dem die Herren nach dem Essen in Ruhe eine Zigarre rauchen konnten, ohne dass es die Damen störte. Vom Gartenzimmer aus hat man einen schönen Ausblick auf den Garten und auf die beeindruckende Fassade des Kutschenhauses. Der Eingang für die Wagen war an der Kerkstraat.
Im ersten Obergeschoss befinden sich die Schlafzimmer. Diese sind alle auffallend tapeziert. Im ‘Bemalten Zimmer’ gibt es Wandbemalung aus dem 18. Jahrhundert. Das ‘Schäfleinzimmer’ zeigt sich durch eine Textilie aus, die Indischem Zitz nachempfunden wurde, einem Stoff, der in großen Mengen von der V.O.C. eingeführt wurde. Das ‘Rote Schlafzimmer’ besitzt eine Scheintür, welche da ist, um die Symmetrie zu währen. Das ‘Vogelzimmer’ war das Kinderzimmer. Das Souterrain mit der Küche und den Vorratsräumen war die Domäne des Personals.